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Alle Briefe von Erich Elpers
(bis Sept. 2019)

Gedanken zum Wochenende 23./24.11.2019

Von Polizeipfarrer a.D. Erich Elpers

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!
Viele Menschen leben als wenn es Gott nicht gibt. Wenn aber Not bei den Menschen eintritt, dann kommt schnell die Frage: „Warum lässt Gott das zu?“ Macht eine plötzliche Not die Hilflosigkeit von uns Menschen deutlich? Wir sagen ja häufig: „Not lehrt beten!“ Stimmt das wirklich oder müsste es nicht viel eher heißen: „Not lehrt bitten!“ Wenn Gott im Ganzen abgelehnt wird, kann er nicht plötzlich in Not für alles verantwortlich gemacht werden!

Ulrich Lehner schreibt in seinem Buch: „Gott ist unbequem!“
„Gott wird zum Kummerkasten herabgewürdigt, an den wir uns wenden, wenn es uns schlecht geht, den wir aber links liegen lassen, sobald Schmerz und Leid verflogen sind. So ein Gott ist bequem, weil man für ihn das Leben nicht verändern muss. Man muss sich nicht von ihm fragen lassen, ob man alles Materielle höher schätzt als die Liebe zu Gott, ob man seine Nächsten wirklich liebt und Jesus nachfolgt. Warum sollte man das Leben für eine Kummerkastentante auch ändern? Gott ist so an den Rand gedrängt, dass er nur mehr zu speziellen Zeiten aus der Verpackung genommen wird, ähnlich wie der Christbaumschmuck.
Etwas Wesentliches der Jesusnachfolge wird immer mehr in den Hintergrund gedrängt: Nächstenliebe, Solidarität.
Das „Ich zuerst!“ scheint Gott den Rang abzulaufen. Das kann man im Umgang der Menschen miteinander entdecken, das kann man im Straßenverkehr erleben, das kann man in der Warteschlange an den Kassen von Supermärkten beobachten, das kann Flugpersonal berichten, wenn einzelne Personen im Flugzeug randalieren, weil kein Alkohol gereicht wird, und das geht soweit, dass notgelandet werden muss.

Die Egozombies sind unterwegs, so könnte das zusammengefasst werden. Ist das „Ego“ der neue Gott? Christus König hat wohl ausgedient.
Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.
Liebe herzliche Grüße Ihr und Euer
Erich Elpers

Gedanken zum Wochenende 16./17.11.2019

Von Polizeipfarrer a.D. Erich Elpers

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Noch einmal möchte ich ein Gespräch aus dem Krankenhaus wiedergeben: Der Inhalt drehte sich um die Bitten des Vaterunsers.
Natürlich kam zuerst eine heftige Kritik an der Kirche. Sie sei weit weg von den Menschen. Sie würde sich nur noch um sich selbst drehen. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass nicht für die Menschen da wäre.
Das führte uns zu der Bitte „Geheiligt werde Dein Name“! Wir würden das wohl beten, aber tun, das bliebe oft auf der Strecke,
Darauf habe ich versucht Antworten zu finden:

  1. Der Name Gottes wird geheiligt, wenn ich den Mut habe in der Öffentlichkeit, mich zu Gott und seiner Kirche zu bekennen. Das Lächerlich machen aushalten kann und die positiven Seiten der Sendung der Kirche nenne.
  2. Der Name Gottes wird geheiligt, wenn ich den Mut habe, mich für gerechte Löhne einzusetzen und menschenwürdige Arbeitsbedingungen einzuklagen, u.z. weltweit
  3. Der Name Gottes wird geheiligt, wenn ich eintrete für die Gleichwertigkeit von Mann und Frau, nicht nur wirtschaftlich, nein für die Personenwürde.
  4. Der Name Gottes wird geheiligt, wenn ich Grenzen niederreiße, mich
    gegen eine Politik ausspreche, die Menschen ertrinken oder anders
    sterben lässt. Selbst dazu gehört Mut und Tapferkeit.
  5. Der Name Gottes wird geheiligt, wenn ich einsetze für das Reich Gottes,
    in dem alle Menschen Bürgerrechte hätten unabhängig von Rasse,
    Hautfarbe und Herkunft.
  6. Der Name Gottes wird geheiligt, wenn ich mithelfe Lebensräume für
    Menschen zu schaffen, die eine Flucht aus wirtschaftlichen Gründen nicht
    nötig machen.
  7. Der Name Gottes wird geheiligt, wenn ich meine Kraft verwende für
    Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung.
    Der Heilige Benedikt hat das alles auf den Punkt gebracht in seinem Lebensmotto: „Bete und Arbeite“.

In der Kirche gibt es viele Gruppen, Misereor, Adveniat, Missio, Caritas;

sie alle setzen sich für das Tun ein wie andere für das Beten. Manche tun beides!

Damit war unser Gespräch beendet.

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.

Liebe herzliche Grüße

Ihr und Euer Erich Elpers

Gedanken zum Wochenende 9./10.11.2019

Von Polizeipfarrer a.D. Erich Elpers

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!
Ein paar Tage musste ich im Krankenhaus verbringen. Ich war bei Zimmergenossen und auch bei Patienten, die ich in den Wartezonen getroffen habe, selbst sehr betroffen, weil ich gemerkt habe, wie viele Menschen doch auf der Suche sind nach einer Möglichkeit für Halt und Lebensstütze außerhalb der menschlichen Vorstellungen: Seelensuche oder Heimatsuche möchte ich das nennen.
Auf der Such nach Antwortmöglichkeiten bin ich auf ein Gedicht gestoßen von Teresia von Avila.

Sie scheibt:
„Gott spricht: o Seele, suche dich in mir,
und, Seele, suche Mich in dir.
Die Liebe hat in meinem Wesen
dich ab gebildet treu und klar:
kein Maler lässt so wunderbar,
o Seele, deine Züge lesen.
Hat doch die Liebe dich erkoren
Als meines Herzens schönste Zier:
bist du verirrt, bist du verloren,
o Seele, suche dich in Mir.
In Meines Herzens Tiefe trage
Ich dein Porträt, so echt gemalt.
Sähst du, wie es vor Leben strahlt,
verstumme jede bange Frage.
Und wenn dein Sehnen Mich nicht findet,
dann such nicht dort und such nicht hier:
gedenk, was dich im Tiefsten bindet,
und, Seele, suche Mich in dir.
Du bist mein Haus und meine Bleibe,
bist meine Heimat für und für:
Ich klopfe stets an deine Tür,
dass ich kein Trachten von Mir treibe.
Und meinst du, Ich sei fern von hier,
dann ruf Mich, und du wirst erfassen, dass ich dich keinen Schritt verlassen:
und Seele, suche Mich in dir“.

Dieses Gedicht der hl. Teresa von Avila spricht von einer engen Verbundenheit von Gott und der Seele des Menschen.
Ich könnte mir vorstellen, wenn wir Menschen uns dieser Verbindung wieder bewusstwürden, dann wäre die Heimatlosigkeit der menschlichen Seele nicht so schlimm und möglicherweise wären wir Menschen auch zufriedener.
Uns allen wünsche ich eine erfolgreiche Verbindungssuche und eine super Heimat in Gott, der der Herr ist allen Seins.
Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.

Liebe herzliche Grüße
Ihr und Euer
Erich Elpers